Auf zwei Rädern Richtung Tacheles: Ein besonderer Weg zum interreligiösen Gottesdienst
Als Pfarrer Justus Geilhufe im April über Social Media fragte, wer mir für einen besonderen Anlass ein Moped leihen würde, ahnte ich noch nicht, welche schöne Geschichte daraus entstehen würde. Heute durfte ich das passende Gefährt in Empfang nehmen und ich bin ehrlich begeistert.
Mein herzlicher Dank gilt den Brüdern Haubold aus Mittelsachsen, die mir ihren Simson Habicht zur Verfügung stellen. Nicht nur das: Rico Haubold hat direkt auch noch den passenden "Ostdolche Vita" Pullover gesponsert. So ausgestattet habe ich mit dem Pfarrer meine erste Spritztour unternommen eine wunderbare Einstimmung auf das, was im August bevorsteht.
Am 23. August werden wir im Rahmen von „Tacheles“ einen interreligiösen Moped-Gottesdienst erleben – gemeinsam mit Pfarrer Justus Geilhufe und Rabbiner Zsolt Balla, live übertragen für alle Interessierten. Als Mitglied des Kuratoriums von Tacheles freue ich mich besonders, dass dieses Format Menschen auf ungewöhnliche, aber sehr verbindende Weise zusammenbringt.
Dass dabei ein Simson-Moped zum Einsatz kommt, passt symbolisch perfekt. Die Firma Simson wurde 1856 in Suhl von den Brüdern Löb und Moses Simson gegründet – ein jüdisches Familienunternehmen, das Industriegeschichte in Sachsen geschrieben hat. Gerade im Tacheles-Jahr, in dem wir uns intensiv mit jüdischem Leben, Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen, steht dieses Moped damit für weit mehr als nur Fortbewegung: Es ist ein Stück gelebte Erinnerungskultur.
Umso mehr freue ich mich, dass der Aufruf von Pfarrer Geilhufe auf so positive Resonanz gestoßen ist. Solche Initiativen zeigen, wie lebendig Gemeinschaft sein kann – über Konfessionen, Generationen und Interessen hinweg. Die Vorfreude auf den 23. August wächst – und bis dahin werde ich noch die ein oder andere Runde Moped fahren.