„Offene Werkstätten – offene Gesellschaften“
Bei „Offene Werkstätten – offene Gesellschaften“ im Stadtlabor der TU Chemnitz habe ich erlebt, wie stark offene Räume für unser demokratisches Miteinander sein können. Offene Werkstätten sind Orte, an denen Menschen Kompetenzen, Kontakte und Zutrauen gewinnen – das ist eine demokratische Ressource. Bei unserer heutigen Veranstaltung kamen Menschen aus Forschung, Lehre, Stadtgesellschaft sowie Praxisakteurinnen und ‑akteure aus der Maker- und Kreativszene zusammen. Dabei wurde deutlich, dass Transfer heute nicht nur Technologietransfer bedeutet, sondern auch Mitmachräume, Co-Design und gemeinsames Lernen über Fachgrenzen hinweg. „Making“ versteht sich als: Wir probieren gemeinsam etwas aus, lernen voneinander, ohne einander zu be- oder verurteilen. Das stärkt nicht nur einzelne Projekte, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.
Mit Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 bietet sich für unsere Stadt und Region ein besonderes Momentum. In der Diskussion haben wir sehr klar die Frage gestellt: Was bleibt nach 2025? Wie können wir die entstandenen Strukturen rund um offene Werkstätten, Maker-Hubs und Projekte wie die FUNKEN Akademie langfristig sichern? Dazu gehören u.a. Fragen nach Räumen, Netzwerken, Finanzierung, Personal und passenden rechtlichen Rahmenbedingungen.
Ich habe die TU Chemnitz und die Praxisakteurinnen und ‑akteure ausdrücklich eingeladen, ihre konkreten Bedarfe zu formulieren, damit wir sie in die politischen Debatten im Sächsischen Landtag einspeisen können. Der Landtag ist nicht der Ort, an dem jede Förderung entschieden wird, aber er ist der Ort, an dem wir über gesellschaftliche Infrastruktur und passende Förderlogiken sprechen und Impulse setzen können.
Mein Ziel ist, auch künftig als Brückenbauer zwischen Hochschule, Praxis und Politik zu wirken. Die Veranstaltung im Stadtlabor hat gezeigt, welches Potenzial in offenen Werkstätten steckt – für Innovation, für Bildung und für eine offene, zuversichtliche Gesellschaft. Dieses Potenzial weiterzuentwickeln, daran möchte ich gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort arbeiten.