Über Spiele und Demokratiebildung
Ich durfte die Sonderausstellung „Zoos und Tiergärten – Artenschutz oder Tierquälerei?“ im Deutschen SPIELEmuseum Chemnitz eröffnen – ein Thema, welches daran erinnert, wie eng Spiel, Nachdenken und politische Bildung zusammengehören.
Auch wenn meine persönliche Leidenschaft für Spiele in meiner Kindheit nicht sehr hoch ausgeprägt war, hat mir das Spielen trotzdem gezeigt, wie man Regeln einhält, verliert, diskutiert und wieder gemeinsam anfängt. Genau diese Lernräume schafft das Deutsche SPIELEmuseum tagtäglich, als bundesweit einzigartige Einrichtung, in der historische Sammlung, aktive Vermittlung und kreatives Spiel zusammentreffen.
Umso mehr schätze ich die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Seit 2018 entwickeln Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schülerwettbewerbs eigene Spiele zu komplexen gesellschaftlichen Themen. Die jetzige Ausstellung macht deutlich, wie klug und reflektiert junge Menschen über Ethik, Artenschutz und den Umgang mit Tieren nachdenken – und wie sie diese Fragen spielerisch inszenieren.
Die Sonderausstellung „Zoos und Tiergärten“ zeigt keine simplen Antworten. Sie stellt die grundlegenden Spannungen in den Fokus: Artenschutz versus Freiheit, Bildungsauftrag versus Wirtschaft, Emotion versus Verantwortung. Genau das ist politische Bildung zum Anfassen. Für mich waren es nicht nur tolle Spiele, die ich gesehen habe – sondern konkrete Beispiele dafür, wie junge Menschen lernen, sich in andere hineinzuversetzen, zu diskutieren und Verantwortung zu übernehmen. Genau diese Fähigkeiten braucht unsere Demokratie – und deshalb werde ich mich auch weiterhin für Orte wie das Deutsche SPIELEmuseum einsetzen, an denen Spiel, Bildung und Engagement Hand in Hand gehen.