Tourismus lebt von den Menschen
Zwei Tage, unzählige Begegnungen, viele Kilometer – und eine kleine Erkenntnis: Was bei den Kindern und Jugendlichen in der neuen Skatehalle Chemnitz spielerisch und kinderleicht aussieht, verlangt deutlich mehr Mut und Gleichgewicht, sobald man selbst ausprobiert. Den Versuch mit dem Roller über die Rampe zu fahren konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen. Genau solche Momente haben meine Sommertour als Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen ausgemacht. Man erlebt Orte nicht aus Broschüren oder Präsentationen, sondern mitten im Geschehen – gemeinsam mit den Menschen, die sie gestalten.
Der erste Tag führte mich an das Leipziger Neuseenland, eine Region, die beispielhaft zeigt, wie aus einer ehemaligen Bergbaulandschaft eine der attraktivsten Tourismusregionen Sachsens entstanden ist. Im Restaurant Seeperle im Seepark Auenhain wurde schnell deutlich, wie eng Gastfreundschaft, regionale Küche und touristische Entwicklung zusammengehören. Gemeinsam mit Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze sprach ich über die Herausforderungen und Chancen einer Region, die Jahr für Jahr mehr Gäste begeistert. Anschließend besuchten wir die Jugendherberge am Markkleeberger See. Hier zeigt sich, wie wichtig Angebote für Familien, Schulklassen und junge Menschen sind. Tourismus bedeutet eben nicht nur Urlaub, sondern auch Begegnung, Bildung und Gemeinschaft.
Mit ArkaZien – der verwunschenen Erlebniswelt – durfte ich ein Projekt kennenlernen, das Fantasie und Natur auf besondere Weise verbindet. Solche Ideen schaffen Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben und Sachsen als Reiseland unverwechselbar machen. Weiter ging es ins RIFF Resort Bad Lausick. Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Hultsch tauschten wir uns über die Bedeutung moderner Freizeit- und Gesundheitsangebote aus. Gerade Thermen und Wellnessangebote sind wichtige Bausteine, um Gäste das ganze Jahr über nach Sachsen zu holen.
Den Abschluss des ersten Tages bildete der Campingplatz am Hainer See. Der starke Trend zum naturnahen Urlaub hält weiterhin an. Die Nachfrage nach Camping- und Caravan-Angeboten wächst kontinuierlich – eine große Chance für viele Regionen unseres Freistaates.
Der zweite Tag begann in meinem Wahlkreis mit einem Besuch der neuen Skatehalle Chemnitz. Die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen war ansteckend. Nachdem ich gesehen hatte, mit welcher Leichtigkeit sie über Rampen und Hindernisse fuhren, wollte ich es selbst ausprobieren. Dabei wurde schnell klar: Es sieht deutlich einfacher aus, als es tatsächlich ist. Umso beeindruckender sind das Können der jungen Sportlerinnen und Sportler und das Engagement der Betreuerinnen und Betreuer, denen man die Leidenschaft für ihre Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in jedem Moment anmerkt.
Ein weiterer Höhepunkt war der PURPLE PATH mit der beeindruckenden Skulptur „Ghosts“ der polnischen Künstlerin Monika Sosnowska. Das Kunstwerk fügt sich eindrucksvoll in die Landschaft ein und zeigt, wie Kultur weit über Museen hinaus Menschen zusammenbringen kann. Mit Blick auf Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 sind hier Orte entstanden, die weit über Sachsen hinaus Aufmerksamkeit auf unsere Region lenken.
In Callenberg tauschte ich mich mit Bürgermeister Daniel Röthig über die Entwicklung der Region aus, bevor es anschließend zum Sachsenring ging. Eine Spritzfahrt auf Deutschlands traditionsreichster Rennstrecke gehört sicherlich zu den Erlebnissen, die man so schnell nicht vergisst. Geschwindigkeit, Motorsportgeschichte und internationale Strahlkraft machen den Sachsenring zu einem echten Aushängeschild unseres Tourismus. Dass dieses Interesse ungebrochen ist, haben auch die starken Besucherzahlen beim MotoGP-Wochenende eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Nicht weniger beeindruckend war anschließend die Steile Wand in Meerane. Auf Fotos oder im Fernsehen wirkt sie bereits imposant – doch wenn man selbst den Anstieg hinaufgeht, bekommt man erst ein Gefühl dafür, welche Herausforderung diese legendäre Strecke tatsächlich darstellt. Die Geschichte des Radsports wird hier auf jedem Meter spürbar.
Beim Genusshof Anno 1829 wurde deutlich, wie viel Potenzial in regionalen Produkten, authentischer Gastfreundschaft und persönlichem Engagement steckt. Genau solche Betriebe machen den Charakter Sachsens aus und sorgen dafür, dass Gäste gerne wiederkommen.
Den Abschluss meiner Sommertour bildete das Robert-Schumann-Haus in Zwickau. Zwischen Geschichte, Musik und Kultur wurde noch einmal deutlich, wie vielfältig Sachsen als Reiseland ist. Natur, Sport, Genuss, Kultur und Gastfreundschaft liegen oft nur wenige Kilometer auseinander.
Ich nehme von diesen beiden Tagen viele Eindrücke, Anregungen und Gespräche mit. Vor allem aber nehme ich die Gewissheit mit, dass unser Tourismus von den Menschen lebt, die mit Leidenschaft Ideen entwickeln, Gäste willkommen heißen und ihre Heimat mit großem Engagement gestalten. Genau dieses Miteinander macht Sachsen zu einem so besonderen Reiseziel.