Parlamentarischer Abend Handwerk Michael Schmidt3

Großer Parlamentarischer Abend des Sächsischen Handwerkstages

verfasst am 23.09.2026
Parlamentarischer Abend Handwerk Michael Schmidt

Handwerkerinnen und Handwerker sowie Bauleute werden in den kommenden Jahren ganz selbstverständlich zum Erscheinungsbild des Sächsischen Landtags dazugehören. Vor wenigen Tagen haben wir hinter dem Plenarsaal mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für den Erweiterungsbau des Landtags gegeben. Damit beginnt ein anspruchsvolles Bauvorhaben, das uns über viele Jahre begleiten wird. Wir bauen mit Demut – mit Blick auf die geplanten Kosten und die veranschlagte Zeit. Zugleich bauen wir mit der festen Überzeugung, dass parlamentarische Arbeit nicht vor kaputten Leitungen oder maroder Technik kapitulieren darf. Ein Parlament braucht sichere, funktionierende und zeitgemäße Räume, damit es seine Aufgaben dauerhaft erfüllen kann.

Das sächsische Handwerk wissen wir dabei an unserer Seite. Sachsens Handwerkerinnen und Handwerker beherrschen ihr Fach auf höchstem Niveau. Sie verbinden Erfahrung und Können mit Innovationskraft, Verantwortungsbewusstsein und dem Anspruch, gute Arbeit abzuliefern. Genau das werden sie auch auf der Landtagsbaustelle zeigen können.

Wenn etwas erneuert werden muss, heißt es im Handwerk: Ärmel hochkrempeln und anpacken. Genau das tut das Handwerk jeden Tag. Es saniert, modernisiert und errichtet Dinge vollständig neu. Es sorgt dafür, dass unser Freistaat funktioniert, und findet Lösungen für anspruchsvolle technische Herausforderungen.

Investitionen – im privaten, wirtschaftlichen oder öffentlichen Bereich – sichern die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Der Bedarf ist gewaltig: bei der Infrastruktur, beim Wohnraum, bei der Energieversorgung und bei der Digitalisierung. Die Mittel aus dem Sondervermögen können dazu beitragen, Sachsen schneller und besser zu machen. Davon profitiert unmittelbar auch das Handwerk. Werden Aufträge an Betriebe vor Ort vergeben, bleibt ein Teil der Wertschöpfung in der Region. Das stärkt Unternehmen, sichert Arbeitsplätze und kommt über Gewerbesteuern auch den Kommunen zugute. Investitionen sind deshalb mehr als die Ausgabe von Geld. Sie stärken regionale Wirtschaftskreisläufe und schaffen Perspektiven für die Zukunft. Der sächsische Doppelhaushalt 2027/2028 schlägt diesen Weg ein. Er soll Investitionen weiter stärken, die kommunale Investitionskraft erhöhen und Förderprogramme verlässlich ausstatten.

Mit rund 54.000 Betrieben und etwa 280.000 Beschäftigten ist das sächsische Handwerk das Rückgrat der Wirtschaft im Freistaat. Es erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 36 Milliarden Euro. Bezogen auf die Einwohnerzahl gehört Sachsen zu den Ländern mit den meisten Handwerksbetrieben in Deutschland. Diese Zahlen machen deutlich: Das Handwerk ist eine Wirtschaftsmacht. Weil es von vielen kleinen und mittleren Betrieben geprägt ist, wird seine Bedeutung vielleicht manchmal unterschätzt. In der Summe aber prägt das Handwerk entscheidend die wirtschaftliche Entwicklung unseres Freistaates.

Es gilt weiterhin die Wahrheit: Geht es dem sächsischen Handwerk gut, geht es auch Sachsen gut.

Für eine starke Wirtschaft brauchen wir ausreichend Fachkräfte. Die Entwicklung der Ausbildungszahlen in den vergangenen Jahren ist durchaus positiv. Zugleich ist bei jungen Menschen ein Umdenken zu beobachten: Ein Studium um jeden Preis gilt nicht mehr als der einzig richtige Weg. Der Wert und das Ansehen einer handwerklichen Ausbildung steigen wieder. Diesen Aufwind müssen wir nutzen. Im kommenden Doppelhaushalt ist vorgesehen, den Meisterabschluss noch stärker zu fördern. Meisterinnen und Meister übernehmen Verantwortung, bilden junge Menschen aus und sichern die Qualität ihres Gewerks. Sie sind tragende Säulen des Handwerks und unserer Wirtschaft.

Handwerkerinnen und Handwerker sind stolze Vertreterinnen und Vertreter ihres Faches. Sie wollen Verantwortung übernehmen und gute Arbeit leisten, ohne durch immer neue Vorschriften und komplizierte Verfahren überfordert zu werden. Das Handwerk braucht mehr Meister und weniger Bürokratie. Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, schnelle Genehmigungen und eine Verwaltung, die unterstützt, statt unnötig zu verzögern. Das ist nicht nur eine Forderung im Interesse einzelner Betriebe. Es geht um die Leistungsfähigkeit unseres gesamten Landes.

Der Große Parlamentarische Abend des Sächsischen Handwerkstages bietet die Möglichkeit, über diese Themen und die richtigen Lösungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Solche Abende schaffen Raum für offenen Austausch und bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Mein Dank gilt allen, die jeden Tag mit ihrem Können, ihrer Erfahrung und ihrem Engagement dafür sorgen, dass Sachsen funktioniert und sich weiterentwickelt. Das sächsische Handwerk steht für Verlässlichkeit, Qualität und den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Darauf kann Sachsen bauen.