Kaßberg - 5

Freiheit erinnern: Werte, die uns verbinden

Gedenktage – Brücken zwischen gestern und morgen

Gedenktage sind für mich weit mehr als ein Blick zurück – sie sind ein Innehalten im Alltag, ein Moment, in dem wir als Gesellschaft und als Einzelne die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spürbar machen. Sie erinnern uns an das, was war, und mahnen zugleich, Verantwortung für das Heute und Morgen zu übernehmen.

Gerade in unserer schnelllebigen Zeit halte ich es für wichtig, dass wir diese Traditionen des Erinnerns bewahren. Sie geben uns Orientierung, stiften Gemeinschaft und vermitteln Werte, die Bestand haben. Ob es der Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz, der Volkstrauertag oder lokale Gedenktage für die Opfer von Krieg und politischer Gewaltherrschaft sind – sie alle laden uns dazu ein, innezuhalten und nachzudenken, was Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt für unser tägliches Leben bedeuten.

Viele Vereine, Ehrenamtliche und Initiativen leisten hier Großartiges: Sie organisieren Veranstaltungen, pflegen Denkmäler oder engagieren sich in Bildungsprojekten, um Erinnerungskultur lebendig zu halten. Dieses Engagement verdient besondere Wertschätzung, denn ohne diese Menschen würden viele Traditionen des Gedenkens verloren gehen.

Diese Form von gelebter Verantwortung ist mir ein persönliches Anliegen. Deshalb engagiere ich mich unter anderem im Vorstand des Trägervereins der Gedenkstätte Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz, wo wir an politisch Verfolgte der SED-Diktatur und die Opfer von Unrecht und Willkür erinnern. Dort wird für mich besonders deutlich, wie eng Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde miteinander verbunden sind – und wie wichtig es ist, diese Werte sichtbar zu verteidigen.

In meiner Funktion als Präsident des Sächsischen Landtags kann ich zudem viele Initiativen als Schirmherr unterstützen oder als Mitglied in verschiedenen Kuratorien – wie beispielsweise als Co-Vorsitzender im Kuratorium „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“. Ob beim Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz oder in der Arbeit für die Gedenkstätte Kaßberg-Gefängnis und das Jahr der jüdischen Kultur: Für mich sind all diese Anlässe Gelegenheiten, innezuhalten, zuzuhören und gemeinsam Haltung zu zeigen – für Menschlichkeit, Verantwortung und ein Sachsen, das füreinander einsteht.