Festveranstaltung Frauentag Slt Heidenblut

Gleichberechtigung als demokratischer Grundwert

verfasst am 08.03.2026
Frauentag Slt Heidenblut

Danke an alle, die sich für Frauen stark machen

Am 7. März durfte ich als Landtagspräsident viele Engagierte zur Festveranstaltung anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages im Sächsischen Landtag begrüßen. Dieser Festakt hat bei uns eine lange Tradition – und das aus gutem Grund: Der Internationale Frauentag lenkt jedes Jahr den Blick auf ein Thema, das für unser demokratisches Miteinander grundlegend ist – die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Unser Plenarsaal steht symbolisch für dieses Prinzip. Er ist ein Ort politischer Teilhabe für alle, unabhängig vom Geschlecht. Gleichheit ist ein Grundwert unserer Demokratie – kein Geschenk, sondern ein Recht. Wo sich Gleichstellung nicht von selbst verwirklicht, ist der Staat gefordert, faire Bedingungen zu schaffen. Noch immer bestehen Unterschiede, etwa bei Bezahlung oder Aufstiegschancen. Diese Ungleichheiten sollten uns antreiben, nicht entmutigen. Sachsen braucht die besten Köpfe – unabhängig vom Geschlecht.

Ich danke allen, die sich beharrlich für Gleichberechtigung einsetzen, die Frauen Mut machen und sie fördern, Verantwortung zu übernehmen – in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur. Seit über 115 Jahren, seit der ersten Begehung des Internationalen Frauentages im Jahr 1911, ist das Streben nach mehr Teilhabe und Gerechtigkeit ein wesentlicher Motor gesellschaftlicher Entwicklung – und bleibt aktueller denn je.

Besonders bewegt mich die Frage, wie wir Frauen ermutigen können, in Sachsen – und insbesondere im ländlichen Raum – zu bleiben oder zurückzukehren. Die Abwanderung junger Frauen, die in den 1990er Jahren begann, wirkt bis heute nach. In manchen Regionen kommen auf 100 Männer nur 70 Frauen – eine Zahl, die zeigt, wie tief dieser Wandel unser Land geprägt hat. Zugleich gibt es Grund zur Hoffnung: Immer mehr Rückkehrerinnen entscheiden sich bewusst für ein Leben in ihrer Heimat – wegen Familie, Freundschaften, Naturnähe und des Wunsches nach Gemeinschaft.

Damit sich mehr Frauen für Sachsen entscheiden, müssen wir attraktive Perspektiven schaffen: hochwertige Arbeitsplätze, verlässliche Kinderbetreuung, kulturelle Vielfalt und moderne Infrastruktur – überall im Freistaat. Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Gerade unsere ländlichen Regionen haben enormes Potenzial. Sie bieten Frauen wie Männern Gestaltungsspielräume, um Verantwortung zu übernehmen – ob in Handwerksbetrieben, Schulen, Arztpraxen oder Vereinen. Mit gezielter Förderung – etwa durch das Strukturstärkungsgesetz für die ehemaligen Kohleregionen oder durch neue Forschungszentren – schaffen wir die Grundlagen für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land.

Der Festakt hat mir erneut gezeigt: Der Wille, etwas zu bewegen, ist spürbar. Gestalten wir gemeinsam weiter an einem Sachsen, das Frauen und Männern überall im Land gleiche Chancen eröffnet.