Mein Besuch des diesjährigen Begehungen-Festivals im Schauspielhaus Chemnitz wirkt bei mir noch immer nach. Unter dem aktuellen Festivalmotto "In der Vorstellung", das bewusst gesellschaftliche Entwicklungen und Fragen unserer Zeit in den Mittelpunkt stellt, ist es den Veranstaltern erneut gelungen, Kunst, Diskurs und Begegnung miteinander zu verbinden.
Das Begehungen-Festival hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Chemnitzer Kulturszene entwickelt. Es zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es immer wieder neue, oft ungewöhnliche Orte bespielt und zeitgenössische Kunst niedrigschwellig zugänglich macht. In diesem Jahr bot das Schauspielhaus einen spannenden Rahmen für die vielfältigen künstlerischen Positionen.
Besonders beeindruckt hat mich die Bandbreite der Arbeiten. Viele Künstlerinnen und Künstler greifen aktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf und übersetzen sie in eindrucksvolle Installationen, visuelle Formate und Ansätze. Dabei entstehen Perspektiven, die zum Nachdenken anregen, Diskussionen auslösen und auch bewusst Irritation zulassen.
Im Austausch vor Ort wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig solche Räume für Dialog und Verständigung sind. Das Begehungen-Festival bringt Menschen zusammen, fördert den Austausch zwischen Kunst und Öffentlichkeit und stärkt damit das kulturelle Leben in unserer Stadt. Gerade für Chemnitz ist diese Form von kulturellem Engagement von großer Bedeutung. Das Festival zeigt, welches kreative Potenzial in unserer Region steckt, und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Kunst und Kultur sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.
Ich nehme aus dem Besuch viele Impulse mit – und die klare Überzeugung, dass Kunst und Kultur eine zentrale Rolle für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie spielen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Festival mit großem Engagement möglich machen.