250211Jahresempfang Stadt Chemnitz 51

Chemnitz 2025: Ein Jahr voller Energie

Erp4

Impulse und Erlebnisse

Als Chemnitzer und Landtagspräsident des Freistaats Sachsen blicke ich mit viel Stolz und Rührung auf das Jahr 2025 zurück – das Jahr, in dem Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt mit dem Motto „C the Unseen“ nicht nur Unsichtbares sichtbar gemacht, sondern unsere gesamte Region mit neuer Lebendigkeit erfüllt hat. Es war ein Jahr voller Herzensmomente, in dem Kultur, Stadtgesellschaft und Politik spürbar zusammengerückt sind.

Einige dieser Momente durfte ich ganz persönlich erleben: So begleitete ich die Ankunft des European Peaceride mit Jan Ullrich als prominentem Gast – ein starkes Zeichen für Miteinander, Frieden und europäische Verbundenheit. Die Munch-Ausstellung habe ich sogar mehrfach besucht, und im Museum Gunzenhauser hat mich die Ausstellung „European Realities“ nachhaltig zum Nachdenken über unser Europa angeregt. Besonders beeindruckt hat mich das Begehungen-Festival „Everything is Interaction“ im historischen Heizkraftwerk Chemnitz-Nord, wo 32 internationale Künstlerinnen und Künstler innovative, oft sehr persönliche Werke zu Ressourcenverbrauch, Artenvielfalt und Klimakrise präsentierten – greifbare Kunst, die mir neue Impulse gegeben hat.

U.a. beim KOSMOS-Festival für Kultur und Demokratie war ich als Panelgast einer von etwa 115.000 Besuchenden und habe erlebt, wie lebendig, diskussionsfreudig und offen unsere Stadt sein kann. Viele Besuche beim Garagencampus und in der Stadtwirtschaft haben mir die kreative Vielfalt von Chemnitz gezeigt, ebenso wie die Vielzahl einzelner Projekte in den Stadtteilen. Besonders wichtig war für mich auch das NSU-Dokumentationszentrum, das durch seine Erinnerungsarbeit deutlich macht, dass eine lebendige Kulturstadt immer auch eine wachsame, demokratische Stadt sein muss.

Die Bilanz spricht für sich: Über 260 Projekte mit mehr als 900 lokalen Akteuren und rund zwei Millionen Beteiligten, dazu 1.000 Veranstaltungen, die Gäste aus der ganzen Welt nach Chemnitz und in die Region gezogen haben. Museen und Interventionsflächen wie die revitalisierte Hartmannfabrik verzeichneten Besucherrekorde, und der PURPLE PATH hat in 38 Kommunen neue kulturelle Netzwerke entstehen lassen. EU-Initiativen wie ECoC Echo sorgen dafür, dass viele dieser Impulse auch über 2025 hinaus wirken und die Nachhaltigkeit der Projekte gesichert wird.

Auch wirtschaftlich war das Kulturhauptstadtjahr ein Gewinn: Die Übernachtungen stiegen im Juni um 44 Prozent, Gastronomie und Verkehr profitierten sichtbar, rund 90 Millionen Euro flossen in die regionale Wertschöpfung, und Tausende Arbeitsplätze in der Kreativ- und Kulturbranche wurden gesichert oder neu geschaffen. Die positive Resonanz der EU-Kommission und der internationalen Presse hat Chemnitz als Kultur- und Lebensort weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Besonders stolz bin ich darauf, dass die Free Walking Tours Volunteers als „Tourismushelden Sachsen 2025“ ausgezeichnet wurden und ich die Laudatio halten durfte – stellvertretend für die vielen Freiwilligen und Tausenden Mitmachenden, die gezeigt haben, wie stark unser Zusammenhalt ist.

All diese Erlebnisse und Zahlen machen für mich eines deutlich: Chemnitz hat das Kulturhauptstadtjahr genutzt, um neues Vertrauen, neuen Stolz und neue Perspektiven zu gewinnen – für die Stadt, für die Region und für die Menschen, die hier leben. Diese Energie möchte ich als Landtagspräsident und als Chemnitzer mitnehmen, damit aus einem besonderen Jahr eine dauerhafte Erfolgsgeschichte für unsere Heimat wird.